Kein Wunder: Cyber-Space, die Künstlichkeit von Zeit und Raum als virtual reality, ist – wenn auch noch nicht in aller Hände – sodoch in aller Munde, die „Eroberung des Körpers“ wird zum nächsten Ziel der technikbesessenen Menschheit. Die Wirklichkeit wird dabei immer weniger greifbar, sie scheint uns unter den Händen zu zerrinnen.
Das Paradoxe daran: Auf der einen Seite werden wir durch den immensen Ausbau der Massenmedien immer mehr und immer schneller informiert, aufder anderen Seite können wir diesen overkill an Nachrichten und Bildern nicht mehr verarbeiten und werden orientierungslos. Die Information wird zur Desinformation, der Blick auf die Wirklichkeit wird mehr verstellt als erhellt.
Unsere technisierte Gesellschaft „leidet an einer Form von Kultur-Aids, wobei diese Abkürzung hier Anti-Information-Deficiency-Syndrom bedeutet“ (Postman 1992, 72). Und auch Vilém Flusser erachtet die momentane Techno-Medien-Kultur nicht für überlebensfähig: „Die Leitfäden, die bisher das Universum zu Prozessen und die Begriffe zu Urteilen ordneten, sind daran, zu zerfallen, und das Universum beginnt in Quanten, die Urteile in Informationsbits auseinanderzukollern ... Man kann in einem derart leeren und abstrakten Bewußtsein nicht leben“ (Flusser 1985, 17). Ade denn, du schöne neue Welt?
Oder wird sich die gute alte Wirklichkeit doch noch einmal behaupten?

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